Max Frisch – Fragebogen (2018)

Büchergilde

Was noch zu beantworten ist ...

Heute mal ein kurzer Text zu einem etwas anderen Buch. 25 Fragen zu 10 Themenkomplexen. Davon sind manche mit nur einem Wort zu beantworten, wieder andere sind nicht ganz so einfach. Entnommen sind sie den Tagebüchern von Max Frisch, welche er in den Jahren zwischen 1966 bis 1971 verfasst hat. 

Ich war zunächst skeptisch, als ich das 313 Seiten umfassende Büchlein in die Hand nahm und durchblätterte. Erwartet hatte ich einen zusammengewürfelten Haufen an Texten aus dem Nachlass Max Frischs, doch nach ein paar Seiten war ich erstaunt, denn schon in der Buchhandlung kam ich ins Grübeln. 

»Was fehlt Ihnen zum Glück?«. 

Diese Frage macht zwar den Anschein, aus einem Esoterik-Ratgeber entnommen zu sein, allerdings ist es doch recht erFRISCHend, eine so offensichtlich existentielle, unprätentiöse Frage zwischen den doch sehr philosophischen für sich zu beantworten. Neben dem Thema Hoffnung behandeln Frischs Fragen außerdem die Themen Ehe, Frauen, Humor, Geld, Vatersein, Heimat, Eugentum, Tod und die Erhaltung des Menschengeschlechts und liefern damit einen guten Überblick zu dem, was einen Mensch ausmacht. In diesem Fall ist es der Leser, der dazu eingeladen wird, sich selber ein Stück weit mehr kennenzulernen, denn dafür braucht die Literatur nicht unbedingt einen Roman, manchmal tun es auch »ein paar Fragen«. 

Für diejenigen, die gerade nicht so viel Zeit für einen Roman haben, ist dieses Büchlein genau das Richtige. Angeboten wird es gerade unter anderem von der Büchergilde, die sich wieder einmal viel Mühe gegeben hat beim Design, während Janne Holzmüller die Seiten mit entsprechenden Illustrationen schmückt. 

Ob der Leser Frage für Frage ausführlich am See oder abends bei einem Glas Wein für sich beantwortet oder aber mit ein paar Freunden ein Spiel daraus macht, um sie sich gegenseitig zu stellen, bleibt dabei jedem selbst überlassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es durchaus sehr lustig und spannend ist, den Fragebogen in einer geselligen Runde zu beantworten.  

Damit ist die Frage »Möchten Sie ohne Freunde auskommen?« schonmal beantwortet.

 

Viel Spaß dabei!

Sebastian Becker

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